Parasiten: sind tierische Schmarotzer

Der beste Schutz vor Parasiten ist ständige sorgfältige Fellpflege und eine saubere Umgebung.


Hundeparasiten teilt man in zwei Gruppen ein:


Läuse:

Wir unterscheiden zwei Arten von Läusen, die beißenden, die sich von Hautteilchen ernähren, und die saugenden, die unangenehmer sind, da sie durch die Haut wandern, um sich von Gewebsflüssigkeit zu ernähren. (Beide Läusearten gehen nicht auf Katzen oder Menschen über). Läuse sind graue, etwa 2 mm lange Tiere, die ihre kleinen Eier (die Nissen) zwischen die Hundehaare legen. Befallene Hunde müssen regelmäßig mit Insektizidspray oder -bädern (erhältlich beim Tierarzt) behandelt werden , damit die Läuse und alle Larven getötet werden.


Flöhe:

Arten: Hundefloh, Katzenfloh, Igelfloh, Menschenfloh, Hühnerfloh (alle auch beim Hund anzutreffen)

Behandlung: Spot-on Preparate, Spray, Shampoo, Flohhalsbänder

Vorbeuge: Spot-on Preparate, Spray, Shampoo, Flohhalsbänder, Tabletten

Hunde werden von anderen Flöhen befallen als Katzen oder Menschen. Hundeflöhe können als Zwischenwirt für andere Hundeparasiten, z.B. Bandwurm, agieren, aber das Hauptproblem liegt darin, dass die Haut stark in Mitleidenschaft gezogen wird. Wenn ein Floh beißt, injiziert er seinen Speichel und verhindert damit die Blutgerinnung, so dass er saugen kann. Der Speichel enthält Substanzen, die beim Hund oft eine allergische Reaktion hervorrufen. Die Symptome dafür sind: ? Bisswunden, die wie kleine rote Pickel aussehen ? schwarze, grießige Substanzen im Fell. Behandlung: Machen Sie Frühjahrsputz im Haus und besprühen Sie den Lieblingsplatz Ihres Hundes mit einem entsprechendem Insektenmittel, das Sie im Zoofachhandel oder bei Ihrem Tierarzt erhalten. Kämmen Sie Ihren Hund mit einem sogenannten Ungezieferkamm, mit dem auch die Eier entfernt werden. Diese Kämme sind genauso wirkungsvoll wie die üblichen Sprays und Tropfen, aber lange nicht so aggressiv für Ihren Liebling.


Zecken:

Arten:

Braune Hundezecke, Gemeiner Holzbock
Behandlung: möglichst sofortiges Herausdrehen mittels Zeckenzange
Vorbeuge:

Spot-on Preparate, Zeckenhalsbänder, Spray´s

Die an Hunden häufig gesehene Zecke ist die Schafszecke, die einen großen Körper hat, den sie ausweiten und mit Blut füllen kann. Sie hängt im Haar des Hundes und saugt sich mit ihrem Mund durch die Haut, um Blut aufzunehmen. Zecken befallen normalerweise warme Weichteile des Hundes, z.B. unter den Vorderbeinen, am Hals und am Kopf. Behandlung: Versuchen Sie, jede Zecke sofort zu entfernen, die Sie sehen. Dabei ist es wichtig, den Kopf mit zu entfernen, da sich sonst leicht ein Abszess bildet. Dies ist am einfachsten machbar mit einer im Zoofachhandel oder beim Tierarzt erhältlichen speziellen Zeckenzange, mit der man den Quälgeist schnell und einfach herausdrehen kann. Ist der Kopf doch stecken geblieben, helfen warme Umschläge, die Infektion herauszuziehen, außerdem antibakterielle Waschungen und Cremes sowie Zugsalben wie Ichthyolan. 


Flechte:  

Diese Erkrankung ist relativ selten bei Hunden. Es handelt sich um einen infektiösen Pilz, der auf der Haut und im Fell wächst. Die Symptome sind: ? dünnes, brechendes Haar ? gerötete, irritierende, schuppige Haut.
Behandlung:

Hier ist der Rat des Tierarztes einzuholen, da die Flechte auf den Menschen übergehen kann. Der Arzt wird ein Spezialshampoo verschreiben sowie Cremes und Tabletten und die befallenen Stellen zur besseren Behandlung rasieren.


Hakenwürmer und Sporentierchen:

 

 

Beide Wurmarten sind blutsaugende Parasiten. Man kann sie mit bloßem Auge erkennen. Sie verursachen Anämie (Blutarmut), Durchfall und Schwächezustände mit verringerter Leistungsfähigkeit.


Spulwürmer:

 

Es sind verschiedene Würmer, die den Hund attackieren, doch die wichtigsten gehören zur Familie der Askariden. Man unterscheidet wandernde und nicht wandernde Larven. Alle Spulwürmer befallen den Darm, die Blutgefäße und den Atmungsapparat. Spulwürmer ernähren sich vom Speisebrei im Darm des Hundes und sind besonders für Welpen sehr gefährlich. Sie durchdringen die Darmwand und geraten durch den Blutstrom in die Leber und dann in die Lungen. Von dort wandern sie die Luftröhre hinauf, werden abgehustet, sofort wieder aufgenommen und gelangen wieder in den Darm. Infizierte Welpen können folgende Krankheiten bekommen: ? Hepatitis ? Lungenentzündung ?Anfälle ? Darmverschluss. Sobald der Welpe älter wird, dringen die Würmer durch die Muskeln und bilden dabei Zysten. Diese sind untätig, bis der Welpe - sofern es sich um eine Hündin handelt - trächtig wird. Dann wandern die Larven in die Lunge der Embryonen. So wird fast jeder Welpe mit Spulwürmern geboren und muss sofort und regelmäßig entwurmt werden. Diese Würmer können auch den Menschen befallen und in seltenen Fällen Krankheiten verursachen. Starker Spulwurmbefall bei Welpen kann zum Tod führen.


Bandwürmer:

 

Der im Hund am häufigsten vorkommende Bandwurm ist der Dipylidium caninum. Beim Putzen nehmen Hunde auch Flöhe auf, die mit Bandwürmern infiziert sein können, deren Eier im Darm freigegeben werden. Dort entwickeln sich Würmer, die sich in der Darmschleimhaut festsaugen and regelmäßig Körperglieder mit dem Stuhl abgeben. Der Parasit selbst bleibt im Hund. Da die reiskornähnlichen Wurmteile nicht sehr auffällig sind, wird die mikroskopische Untersuchung des Kotes oder die regelmäßige Gabe von Wurmkuren empfohlen.

Behandlung: Die moderne Bandwurmtherapie beseitigt alle Arten, und der Tierarzt wird Sie beraten. Sobald Sie irgendwelche Wurmteile im Kot Ihres Hundes entdecken, fangen Sie sobald wie möglich mit einer Wurmkur an. Außerdem besprühen Sie Ihren Hund und sein Bett mit Insektiziden, vor allem wegen der Flöhe.


 Milben:  

Sarcoptes-Milben verursachen schwerwiegende Hauterkrankungen. Sie übertragen sich durch flüchtigen Kontakt von Tier zu Tier. Möglich ist auch eine Ansteckung in Zwingern und Transportboxen, in denen vorher räudige Tiere waren, oder über Haar-Kämme und Bürsten. Zuerst fallen besonders der starke Juckreiz, blutig gekratzte Hautpartien am Unterbauch und krustige Veränderungen an Ellbogen und Ohrrändern auf.
Bei engem Kontakt mit einem an Sarcoptes-Räude erkrankten Hund können die Milben auf Menschen übergreifen, sich aber dort nicht vermehren.
Zur Behandlung der Räude gibt es in Deutschland nur ein staatlich zugelassenes Medikament: ein breitwirksames Spot-on-Präparat, das zur Räudebehandlung zweimal innerhalb eines Monats aufgebracht wird. Bei Milbenbefall ist immer der Tierarzt aufzusuchen.

Der Hautparasit lebt im Erdboden und vermehrt sich explosionsartig im Spätsommer und im Herbst. Nur die Larven der Herbstgrasmilben sind Parasit beim Tier und selten auch beim Mensch. Die orangerot gefärbte Larve heftet sich an die Haut und verursacht trockene Krüstchen und einen erheblichen Juckreiz.
Bevorzugte Saugplätze sind: Zwischenzehenhaut, Lidrand, Ellbogenbeuge, Schultergegend, Achsel, Anus, Ohrfalte, Ohrrand, am Bauch in Zitzennähe.
Die Larve stößt ihre Haken durch die Haut und der dabei in die Wunde gedrückte Speichel löst die oberste Zellschicht auf. Die dabei entstehende Flüssigkeit wird von der Larve aufgesaugt. Die Wunde wird durch die erneute Speichelabgaben vertieft. Der abgegebene Speichel enthält Stoffe , die fürchterlich jucken. Die befallenen Tiere leiden entsetzlich unter den Grasmilben. Sie kratzen und lecken sich an den betroffenen Stellen derart, dass großflächige blutige und krustige Veränderungen auftreten können. Nach etwa eine Woche sind die Larven vollgesogen und lassen sich zu Boden fallen.
Oft ballen sich die Larven zusammen und erscheinen wie als orangefarbene Häufchen.


Borreliose:

Die Borreliose ist eine von Zecken übertragene, bakterielle Erkrankung. Manchmal tritt kurz nach dem Zeckenbiss eine Rötung im Bereich der Einstichstelle sowie Fieber auf. Nach Monaten bis Jahren entwickeln sich Hauterkrankungen oder Gelenkentzündungen. Über eine Blutuntersuchung kann die Diagnose gestellt und die richtige Therapie eingeleitet werden. Seit einiger Zeit gibt es eine Impfung.


Sporentierchen

Die Vertreter dieser Gruppe der tierischen Einzeller leben ausschließlich als Parasiten und nehmen durch ihre Zelloberfläche nur gelöste Nahrung auf. Daher benötigen sie keine Verdauungs- und keine Bewegungsorganellen. Ihr Name ist von der Sporenbildung abgeleitet, einer ungeschlechtlichen Vermehrung durch Vielzellbildung, die in einem komplizierten Entwicklungsgang eingeschaltet ist.


Wurmkuren:

 Regelmäßiges Entwurmen ist wichtig, um den Hund gegen Innenparasiten zu schützen. Die entsprechenden Präparate gibt es als Paste, in Tablettenform und neuerdings auch als Tinktur zum in den Nacken träufeln. Eine ganze Reihe davon ist frei erhältlich, doch sollten Sie nur vom Tierarzt empfohlene Mittel kaufen. Erwachsene Hunde sollten mindestens einmal im Jahr entwurmt werden, haben sie engen Kontakt zu Kindern, sogar alle sechs Monate. Hunde, die infiziert zu sein scheinen, müssen sofort entwurmt werden. Zuchthündinnen sollten vor dem Deckakt eine Wurmkur bekommen. Eine jährliche Routinebehandlung gegen Bandwürmer sollte inbegriffen sein. Kann man Wurmteile im Kot des Hundes sehen, so ist sofort eine Behandlung nötig.