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 Christian Friedrich Samuel Hahnemann,

geboren am 11. April 1755 in Meißen.

 1843 gestorben 2. Juli in Paris

 

1790 Geburtstunde der Homöopathie


 

 

Bei der Übersetzung Cullen's Materia medica stieß er auf eine Stelle, die seinen Widerspruch erregte. Cullen führte die Wirkung der Chinarinde gegen Malaria auf deren magenstärkenden Einfluss zurück. Hahnemann hatte selbst einmal Malaria und die Wirkung der Chinarinde am eigenen Leibe kennen gelernt. Er unterzog sich einem Selbstversuch mit Chinarinde, um der Behauptung Cullen"s entgegentreten zu können. Dabei entwickelten sich alle ihm "sonst beim Wechselfieber gewöhnlichen Symptome nacheinander, doch ohne eigentlichen Fieberschauder. Auch die mir bei Wechselfiebern gewöhnlichen besonders charakteristischen Symptome, die Stumpfheit der Sinne, die Art von Steifigkeit in allen Gelenken, besonders aber die taube widrige Empfindung, welche über allen Knochen des Körpers ihren Sitz zu haben scheint - alle erschienen. Dieser Zustand dauerte jedes mal zwei bis drei Stunden , und erneuerte sich, wenn ich die Gabe wiederholte, sonst nicht. Ich hörte auf, und ich ward gesund."

Ein homöopathisches Arzneimittel unterstützt den Körper, diesen natürlichen Abwehrmechanismus zu verstärken. Die Selbstheilungskräfte werden angeregt.

In der Homöopathie werden die verwendeten Grundstoffe stufenweise durch Verschüttelung oder Verreibung verdünnt, ihre Heilkräfte dadurch aufgeschlossen und verstärkt. Selbst Stoffe, die in unverdünnter Form ohne heilende Wirkung oder sogar giftig sind, werden durch Potenzieren in Arzneimittel umgewandelt.

Feste Grundstoffe, wie Mineralien, werden in einem Mörser in unendlich viele Teile verrieben (Verreibung). Bei flüssigen Zubereitungen kommen von Hand verdünnte Grundstoffe zur Anwendung. In beiden Fällen muss streng nach homöopathischen Herstellungsvorschriften gearbeitet werden. Die Verdünnung erfolgt in mehreren Arbeitsgängen, jeden Verdünnungsschritt beschließen so genannte "Schüttelschläge". Dabei wird ein flüssiges Präparat mit einer bestimmten Menge Weingeist kräftig geschüttelt, damit die nächst höhere Verdünnung (Potenz) erreicht wird.

Dr. Hahnemann beobachtete, dass bloßes Verdünnen nur eine schwache oder gar keine Wirkung zeigte. Er begann zu verdünnen und kräftig zu schütteln, den Vorgang nannte er das "Dynamisieren", was heute als "Potenzieren" bezeichnet wird.

Die verwendeten Grundstoffe für homöopathische Arzneimittel sind Pflanzen, tierische Produkte und Mineralien.

Daraus werden durch ein spezielles Auszugsverfahren zuerst die "Urtinkturen" gewonnen. Diese Urtinkturen werden durch Potenzierung in Dezimalpotenzen (D) übergeführt. Dezimalpotenz bedeutet, dass 1 Teil Urtinktur mit 9 Teilen verdünntem Alkohol geschüttelt wird, es entsteht die erste Dezimalpotenz D1.

 

1 Teil Urtinktur und 9 Teile verdünnter Alkohol = D1

Nimmt man von D1 wieder 1 Teil, verdünnt ihn mit 9 Teilen Alkohol und verschüttelt,

erhält man die zweite Dezimalpotenz D2 .

 

Dieser Vorgang  kann man beliebig oft wiederholen. Bei D10 z.B. wurden zehn Verdünnungen der Urtinktur vorgenommen. D10 ist zwar stärker verdünnt, es bedeutet aber nicht, dass es in der Wirkung schwächer ist als D1.Homöopathen wissen, welche Potenzierung für welche Krankheit anzuwenden ist.

Dr. Hahnemann erkannte in einem Arzneimittel-Selbstversuch mit Chinarinde ganz zufällig, dass er nach Einnahme von Chinarinde Anfälle von Wechselfieber bekam, Symptome, die eigentlich mit dieser Arznei geheilt wurden. Er begann  pflanzliche, mineralische und tierische Stoffe auf ihre Wirkung am gesunden Menschen zu überprüfen und Reaktionen, Symptome und Wirkungen genauestens aufzuzeichnen. Damit war die Arzneimittelprüfung durchgeführt. Das Ergebnis daraus ist  das Arzneimittelbild, das die Grundlage des homöopathischen Behandelns von Krankheiten bildet. Es ist die Summe aller körperlichen und seelischen Veränderungen, die bei Einnahme eines Arzneimittels in ungiftiger Dosierung  beobachtet werden.

Die Arzneimittelwahl ergibt sich aus den beobachteten Krankheitssymptomen, die mit den Symptomen des auszuwählenden Arzneimittels Ähnlichkeit haben müssen. Die seelischen und die zuletzt aufgetretenen Symptome sind dabei die wichtigsten. Beginnt ein homöopathisches Mittel zu wirken, zeigt es sich durch Besserung des Allgemeinbefindens und durch größere Ruhe des Patienten. Die zuletzt aufgetretenen Symptome verschwinden zuerst.

Homöopathische Arzneimittel sind als Tropfen (Dilutionen), Streukügelchen (Globuli) und in Verreibungen (Triturationen) erhältlich, aber auch als Tabletten, Ampullen, Salben, Zäpfchen und Einreibungen .

Tropfen enthalten als Arzneimittelträger verdünnten Alkohol, also ein Wasser-Alkoholgemisch .

Homöopathische Arzneimittel werden als Einzel- oder Kombinationspräparate angeboten. Unter Einzelmittel versteht man Mittel aus in der Natur vorkommenden Stoffen, die alleine und nicht kombiniert mit anderen Arzneistoffen verabreicht werden. Kombinationspräparate enthalten  mehrere homöopathische Einzelmittel, welche alle ähnliche Wirkungen auf den Organismus haben und sich in ihrem Arzneimittelbild ergänzen. Sie sind deshalb sinnvoll, weil ein Krankheitsbild nur in seltenen Fällen durch ein einziges Mittel erfasst werden kann.

Die Homöopathie ist für die Behandlung von chronischen Krankheiten über einen längeren Zeitraum zu empfehlen. Akute Beschwerden verschwinden meist rasch. Schädliche Nebenwirkungen  bei homöopathischen Verabreichungen sind bisher nicht bekannt. Damit wird die Homöopathie zur gefahrlosen Therapie für die werdende Mutter ( Arzt konsultieren!) und das ungeborene Kind.

Gegen die gleichzeitige Einnahme mehrerer homöopathischer Mittel ist nichts einzuwenden. Empfehlenswert ist jedoch, sie in zeitlichem Abstand  einzunehmen. Müssen zusätzlich zu homöopathischen Mitteln chemische Medikamente verabreicht werden, hat dies auf die Wirkung keinen Einfluss.

Homöopathische Präparate können gemeinsam mit Lebens- und Genussmitteln wie Gewürzen, Alkohol, Kaffee, Tee oder Nikotin eingenommen werden. Genussmittel sollten aber eingeschränkt bzw. bei bestimmten Krankheiten ganz weggelassen werden.

Bei der Einnahme von homöopathischen Mittel ist die empfohlene Dosierung unbedingt einzuhalten.  Homöopathische Arzneimittel sollten entweder vor oder nach den Mahlzeiten eingenommen werden. Am besten werden die Mittel vom Körper aufgenommen, wenn man die Tropfen direkt und unverdünnt auf die Zunge gibt. Man kann sie allerdings auch mit Wasser  verdünnt einnehmen, bei Kleinkindern ist dies zu empfehlen.  Homöopathische Arzneimittel sollen für Kinder unerreichbar, gut verschlossen, kühl  (nicht im Kühlschrank) und vor direkter Lichteinwirkung geschützt aufbewahrt werden.

Homöopathische Arzneimittel sollen für Kinder unerreichbar, gut verschlossen, kühl  (nicht im Kühlschrank) und vor direkter Lichteinwirkung geschützt aufbewahrt werden.

Am Anfang der homöopathischen Behandlung  kann sich eine Verschlimmerung der Erkrankung einstellen. Der Kranke verspürt eine Überreaktion, die Beschwerden nehmen zu. Dies ist harmlos und als positiv zu werten. Das richtige homöopathische Arzneimittels wurde ausgewählt. Es wird allerdings empfohlen, das Mittel bis zum Abklingen der Überreaktion abzusetzen. Dann kann es, anfangs in reduzierter Menge, weiter verabreicht werden.

 

Die Einnahme von  homöopathischen Arzneimitteln soll bis zur völligen Genesung erfolgen. Akute Beschwerden verschwinden oft schon innerhalb von Minuten bis Stunden. Bei chronischen Leiden wird eine Langzeitbehandlung notwendig sein. Tritt während der Behandlung eine Besserung der allgemeinen Stimmungslage ein, wurde das richtige homöopathische Mittel ausgewählt.

 Homöopathie ersetzt nicht den Arzt!